Skip to main content
Auf dem Foto sieht man einen Computercode.

Mit Absicht unfair: Wie Lernspiele Dark Patterns sichtbar machen

Workshop zum Thema "Dark Patterns"

Im Rahmen des FSJ Digital am Kreismedienzentrum Heilbronn wurden mit Hilfe von KI zwei Lernspiele entwickelt, die alles tun, was gute Spiele normalerweise vermeiden: Sie sind unfair, frustrierend, sowie langsam und das ganz bewusst.

Was genau sind Dark Patterns?
Dark Patterns sind bewusst eingesetzte Gestaltungs­elemente in digitalen Anwendungen, die Nutzerinnen und Nutzer zu bestimmten Handlungen verleiten oder manipulieren sollen, ohne dass ihnen das bewusst ist.
Sie nutzen psychologische Mechanismen wie Frust, Neugier, Zeitdruck oder Belohnungsgefühle, um Verhalten zu steuern.

Für Kinder und Jugendliche sind Dark Patterns besonders problematisch, weil sie:

  • weniger Erfahrung mit Manipulationsstrategien haben

  • impulsiver handeln und schneller Frust oder Druck empfinden

  • schwieriger zwischen Spielspaß und Beeinflussung unterscheiden können

Dark Patterns wie Lootboxen, künstliche Wartezeiten oder FOMO („Fear of Missing Out“) sind heute fester Bestandteil vieler Apps und Spiele. Kinder und Jugendliche merken oft nicht, wie stark solche Mechanismen auf ihr Verhalten wirken. Genau hier setzt unser Projekt an: durch eigenes Erleben statt nur durch Erklären.

Die eingesetzten Mechaniken – schnell erklärt

Pay-to-Win

Vorteile lassen sich mit echtem Geld kaufen: Wer nicht zahlt, hat schlechtere Chancen.

FOMO (Fear of Missing Out)

Das Spiel erzeugt Druck, sofort weiterzuspielen, aus Angst, etwas zu verpassen („nur heute verfügbar!“).

Künstliche Frustmechaniken

Das Spiel ist absichtlich schwer, langsam oder unfair, damit Frust entsteht und der Wunsch nach Abkürzungen wächst.

Lootboxen

Digitale Überraschungspakete mit zufälligem Inhalt. Ein Mechanismus, der Glücksspiel ähnelt.

Energie-System

Die Spielzeit wird künstlich begrenzt. Weiter spielen? Nur nach einer Wartezeit oder gegen Bezahlung.

Battle Pass

Ein Belohnungssystem, das ständig zeigt, was man nicht bekommt. Außer man kauft die Premium-Version.

Der Workshop: Manipulation sichtbar machen

Der Workshop richtet sich an Kinder ab ca. 10 Jahren und umfasst zwei Schulstunden. Zu Beginn klären wir gemeinsam:

  • Was sind Dark Patterns?
  • Warum gibt es Altersfreigaben für Spiele?

  • Welche Tricks nutzen Entwickler, um Spielende zu binden oder zu Käufen zu verleiten?

Die Spiele:

Nachdem die Fragen geklärt sind, spielt die Klasse in zwei Gruppen die speziell entwickelten Lernspiele und sammelt so eigene Erfahrungen zum Thema Dark Patterns:

Culinary Masters: Ein Restaurantspiel voller Pay-to-Win-Elemente, FOMO und künstlichen Frust.

RoboMerge: Ein Sammelspiel mit Lootboxen, Energie-System und einem stark eingeschränkten Battle Pass.

Welcher Lerneffekt tritt bei den Kindern ein?

Nach etwa 30 Minuten Spielzeit waren die Reaktionen eindeutig:

  • „Das ist unfair!“, „Das macht keinen Spaß!“, „Ich will aber trotzdem weiterspielen!“

Eine Schülerin war so vertieft, dass sie das Tablet kaum abgeben wollte, obwohl sie sich gleichzeitig darüber beschwerte, wie ungerecht das Spiel sei.

Genau hier entsteht der Lerneffekt:

Durch das eigene Erleben waren die Dark Patterns sofort greifbar. In der anschließenden Reflexion konnten die Kinder klar benennen:

  • welche Spielmechaniken manipulativ wirken

  • wie sie Emotionen wie Frust, Druck oder Neugier auslösen

  • wie man sich bewusst davor schützen kann

 

Falls Sie Interesse an diesem oder ähnlichen Workshops haben, dann nehmen sie Kontakt mit uns auf. Auf unserer Beratungspinnwand finden Sie vielfältige Angebote.

Die Spiele und die Powerpoint für den Workshop sowie dieser Artikel wurden durch unsere FSJlerinnen erstellt.


Auf dem Screenshot sieht man unseren Chatbot KIM.

Kennen Sie schon KIM?

KIM - das steht für Künstliche Intelligenz im Medienzentrum.

KIM beantwortet Ihnen als KI-Assistent Fragen zum Kreismedienzentrum Heilbronn. Stellen Sie Ihre eigene Frage oder wählen Sie aus den voreingestellten Buttons ein Thema aus, das Sie interessiert. Um KIM nutzen zu können, sollten Ihre Cookie-Einstellungen auf „Alle akzeptieren“ eingestellt sein.

Probieren Sie gerne unseren KI-Assistenten KIM aus. KIM ist hilfsbereit und hat immer ein offenes Ohr für Ihre Anliegen. KIM kann alles – außer Kaffee kochen. Damit Sie KIM etwas besser kennenlernen können, folgt hier ein kleines Interview:

Welche Frage bekommst du oft gestellt?

Eine häufig gestellte Frage im KMZ Heilbronn betrifft die Fortbildungs- und Beratungsangebote, insbesondere zu Microfortbildungen von ca. 45 Minuten Dauer. Weitere Angebote sind auf Anfrage per E-Mail an beratung@kmzhn.de erhältlich.

Was ist das Gerät, nach dem sehr oft gefragt wird?

Das Kreismedienzentrum Heilbronn verzeichnet häufig Nachfragen zu pädagogischen und technischen Geräten, die zum Verleih angeboten werden, wie z.B. Greenscreenbox, Kamishibai oder portable JBL-Lautsprecher. Für eine Ausleihe melden Sie sich bitte bei Quickverleih an: https://kmzhn.quickverleih.de/items/.

Was empfiehlst du für Lehrerinnen und Lehrer?

Für Lehrerinnen und Lehrer empfiehlt das KMZ Heilbronn umfassende Beratung, vielfältige Fortbildungsangebote und den Zugang zu didaktisch geprüften Unterrichtsmedien über die SESAM-Mediathek. Zudem können Lehrkräfte zahlreiche technische Geräte und Medien über den Verleih nutzen, um ihren Unterricht abwechslungsreich zu gestalten.

Was empfiehlst du für Kindergärten?

Für Kindergärten empfehle ich die Ausleihe von Kamishibai, Bluebot und Cody Block. Im Quickverleih unter https://kmzhn.quickverleih.de/items/ können Sie diese und weitere Medien und Geräte bequem ausleihen.


Das Foto zeigt einen Laptop, auf dem ein KI-generiertes Spiel zu sehen ist.

KI Gaming - Spiele mit künstlicher Intelligenz programmieren

KI Coding

In einer Welt, die zunehmend von Technologie geprägt ist, wird es für Pädagogen immer wichtiger, ihren Schülerinnen und Schülern die Fähigkeiten zu vermitteln, die sie für die Zukunft benötigen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist das Programmieren, insbesondere in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz (KI).

Computerspiele spielen eine immer wichtigere Rolle im Alltag von Kindern und Jugendlichen. Sie sind nicht nur eine Form der Unterhaltung, sondern bieten auch vielfältige Lernmöglichkeiten. Im Bildungsplan für das Bundesland Baden-Württemberg ist die Medienbildung als eine der sechs Leitperspektiven verankert.

Deshalb ist es naheliegend das Thema Programmierung und Gaming zusammenzuführen. Da vielen Schülerinnen und Schülern das Wissen über eine Programmiersprache fehlt, können sie mit der künstlichen Intelligenz diesen Mangel ausgleichen und so zu einem schnellen Ergebnis kommen. Dies führt zu einem interaktiveren Spielerlebnis, das die Kreativität und Problemlösungsfähigkeiten der Spieler fördert.

Einfache Games, ähnlich wie ein Ping Pong Spiel oder das klassische Schlangenspiel Snake, stellen für eine KI keine große Herausforderung dar. Solche Projekte können mit etwas Codeeingabe und entsprechender KI-Unterstützung schnell umgesetzt werden. Sie bieten eine hervorragende Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler, erste Erfahrungen im Programmieren zu sammeln und die Funktionsweise von KI zu verstehen.

Vorteile des Workshops:

  • erste Berührungspunkte mit Programmiersprache machen und erkennen, wie diese aufgebaut werden
  • Erlernen von Umgag mit KI: Wie erstelle ich einen guten Prompt?

Allerdings treten Probleme auf, sobald die Projekte komplexer werden. Die Implementierung von KI in umfangreichere Spiele kann technische Herausforderungen mit sich bringen, die ein tieferes Verständnis für Programmierung und Systemdesign erfordern. Zudem gibt es einen weiteren Nachteil: Die Originalität der KI ist begrenzt. Während sie bestehende Muster erkennen und nachahmen kann, ist sie nicht in der Lage, völlig neue Ideen zu entwickeln. Dies kann die Kreativität der Schülerinnen und Schüler einschränken, wenn sie sich zu stark auf KI-gestützte Lösungen verlassen. So erkennen die Kinder die Vor- und Nachteile bei dieser Herangehensweise.

Dieses Lernereignis kann man nutzen, um die Medienbildung zu fördern und Schülerinnen und Schüler auf die Herausforderungen der digitalen Welt vorzubereiten. Indem sie kreative Projekte mit KI ausprobieren, können sie nicht nur Wissen sammeln, sondern auch die Begeisterung für das eigenständige Programmieren entdecken.