Das FSJ digital
Das FSJ digital ist eine besondere Form des Freiwilligen Sozialen Jahres, bei der sich junge Menschen nicht nur in sozialen Einrichtungen engagieren, sondern zusätzlich digitale Projekte umsetzen. Ob Social-Media-Arbeit, Mediengestaltung, Webseiten pflegen, Videoprojekte realisieren oder Workshops durchführen: Hier lernen wir moderne Tools kennen, entwickeln eigene Ideen und unterstützen Einrichtungen dabei, digitaler zu werden.
Warum genau ein FSJ?
Diese Frage lässt sich einfach beantworten. „Direkt ins Studium zu starten, hat sich für mich nicht richtig angefühlt“ und „da ich nicht direkt nach dem Abitur studieren gehen wollte (…) und das FSJ als Orientierungsjahr nutzen wollte“ hören sich nach zwei sehr ähnlichen Antworten an, die uns gemeinsam ausmachen und die stellvertretend für viele junge Menschen stehen. Das FSJ ist eine perfekte Möglichkeit herauszufinden, was man wirklich nach der Schule machen möchte und gibt einem die Möglichkeit ein Jahr lang Arbeitserfahrung zu sammeln und sich währenddessen noch richtig zu orientieren.
Das Besondere an diesem FSJ ist die digitale und kreative Freiheit, welche nur durch den eigenen Verstand eingeschränkt werden kann. Eine großartige Hilfe stellt hierbei die offene und freundliche Kommunikation mit den Mitarbeitenden des Landesmedienzentrums dar, welche das FSJ digital überhaupt erst ermöglichen. Auch die regelmäßigen Seminare sorgen dafür, dass wir unsere kreativen Ideen besser ausleben können und helfen uns dabei, dass wir uns stetig weiterentwickeln. Selbst wenn sich die Seminare manchmal sehr ziehen „vor allem wenn es wieder um Laptops oder iPads ging“ und die Jugendherbergen eher „so lala“ ausfallen. Dennoch ist uns dadurch auch die Möglichkeit gegeben viele unterschiedliche Leute kennenzulernen und mehr über uns selbst sowie unsere Stärken und Schwächen zu erfahren.
Ein weiterer sehr positiver Punkt ist die großartige und einladende Atmosphäre im Kreismedienzentrum. Von außen wirkt das Gebäude eher „grau“ und „ungemütlich“, aber wenn man es betritt, wird man von einer positiven „hellen, lockeren“ und „gemütlichen“ Umgebung überrascht. Das Team vom KMZ haben wir nach und nach kennengelernt. Sie haben einen wirklich freundlichen, aufgeschlossenen und lustigen ersten Eindruck hinterlassen, außerdem wurden wir FSJlerinnen sehr herzlich empfangen und gut ins Team integriert. Es gab bisher schon den einen oder anderen lustigen Moment mit den Kolleg*innen. Darunter auch viele regelmäßige witzige Gespräche und Fragen, bei denen uns die KI weiterhelfen musste. „Der prägendste und für mich witzigste Moment war der missglückte Zauberversuch von Franzi, den sie voller Stolz und Überzeugung bis zum Ende durchgezogen hat. Das hat auf jeden Fall für viel Freude und Lachen gesorgt und ist jetzt ein Insider.“
Unsere ersten Wochen
Direkt zu Beginn hatten wir eine Seminarwoche in Karlsruhe. Dort durften wir die FSJler:innen der anderen KMZs aus ganz Baden-Württemberg kennenlernen. In dieser ersten von insgesamt fünf Seminarwochen bekamen wir unsere ersten Einführungen in die digitale Welt und haben unsere digitalen Geräte gemeinsam einsatzbereit gemacht.
Nach dieser Woche ging es dann endlich richtig los mit unserer ersten Woche am Kreismedienzentrum in Heilbronn. Ein großes Highlight war hierbei gleich zu Beginn die Tour durchs Maker Space. Dabei haben wir die Bekanntschaft mit vielen interessanten Maschinen gemacht – mit einer Stickmaschine, dem 3D-Drucker, unserem Laser „Mr. Beam“, der gut bedienbaren Drechselmaschine bis hin zum Cricut Maker. Wir durften uns ausprobieren und dabei sind auch großartige erste Projekte entstanden: Zum Beispiel die Anfertigung von Schachfiguren mit der Drechselbank und dem dazugehörigen Schachbrett mit eigenem Design mit Hilfe des Mr. Beams. Außerdem auch sehr schöne Sticker durch den Cricut und es wurden auch erste eigene Drucke mit unseren 3D-Druckern durchgeführt.
Danach haben wir dann die ersten wichtigen Aufgaben erhalten, darunter die Überarbeitung einer PowerPoint und das Programmieren von eigenen Dark-Pattern-Spielen mithilfe der KI oder das Designen eines Avatars für Schulen. Ein weiterer und wichtiger Meilenstein war auch die Gründung des Social Media Accounts für das KMZ Heilbronn auf Instagram.
Hier ein kleiner Einblick in zwei von unseren vielen interessanten Projekten:
Das „Avatar-Projekt“: Wir wollen eine günstige und verbesserte Version eines Roboters entwickeln, den Schüler:innen nutzen können, wenn sie zum Beispiel wegen verschiedenster Krankheiten nicht vor Ort am Unterricht teilnehmen können. Unsere Aufgabe hierbei ist es ein niedliches und ansprechendes Design für eine Hülle zu entwickeln, in der wir die für den Avatar benötigte Elektronik gut und angemessen unterbringen können. „Das klingt nicht nur technisch spannend, sondern auch ziemlich sinnvoll.“
Das Dark-Pattern-Spiel: Passend zum kommenden Gaming-Workshop soll mithilfe einer KI ein Spiel programmiert werden, das sich mit den Dark Patterns in Videospielen beschäftigt. Mit dem Ziel den Kindern spielerisch die versteckten Gefahren in den heutigen Onlinespielen näherzubringen. „Da sprudeln bei mir schon einige Ideen.“
Doch was hat uns bisher am meisten Spaß gemacht?
„Was mir bisher am meisten Spaß gemacht hat? Ganz klar: Die ganzen Geräte im Maker Space ausprobieren und ein bisschen tüfteln. Es fühlt sich cool an, dass man dabei so frei denken und eigene Ideen einbringen kann. Insgesamt hat man deutlich mehr Freiheiten und weniger Stress.“
„Besonders Spaß hat mir bisher das Anfertigen des Schachspiels und die Überarbeitung der PowerPoint für den Workshop gemacht. Ich denke, dass mir auch das Designen des Avatars unfassbar viel Spaß machen wird, es ist etwas Anspruchsvolles, das man nicht jeden Tag macht. Außerdem ist es für einen guten und sinnvollen Zweck, zumal ich Herausforderungen liebe. Es wird definitiv spannend und interessant werden.“
Das FSJ sorgt für viele spannende Ideen und Projekte. Für uns FSJler wirkt sich das FSJ definitiv auf den Alltag aus, aber auf eine positive Art und Weise. „Mir tut der Arbeitsablauf tatsächlich gut, er bringt Ordnung in meinen Alltag und ich habe mich superschnell daran gewöhnt. Mein Tagesrhythmus ist jetzt sehr viel getakteter und geplanter. Spontane Aktionen sind jetzt eher weniger möglich, aber das ist auch gut so und gehört eben zum Erwachsenwerden dazu.“ Im FSJ lernt man den Arbeitsalltag kennen und bekommt eine tolle Einführung in die Arbeitswelt. „Auch mein Alltag hat sich durch das FSJ verändert: Klar, es gibt feste Arbeitszeiten, aber wie ich meine Woche gestalte, ist viel selbstbestimmter. Das fühlt sich nach einem guten Schritt ins Erwachsenenleben an, wo man Verantwortung übernehmen, aber trotzdem viel ausprobieren darf. Ich habe schon einige neue Apps kennengelernt und fühle mich nach den ersten Wochen irgendwie freier als in der Schulzeit.“
Wir freuen uns auf hoffentlich viele weitere spannende Projekte in den kommenden Monaten, besonders auf die Mischung aus Technik, Kreativität und Teamarbeit.




